Eine Antwort auf Peter Mayers Kritik an meinem Buch „Hiroshima revidiert“
Dr. Peter F. Mayer, Herausgeber der Online-Nachrichtenplattform tkp.at, schrieb kürzlich zwei kritische Artikel [1,2] zu meinem Buch Hiroshima revidiert [3].
Sollte er versucht haben, das Buch zu lesen, so war dieser Versuch wohl nicht von Erfolg gekrönt. Nach dem Inhalt seiner Artikel zu urteilen, gelangte er nicht über die dritte Seite hinaus. Und selbst diese sehr begrenzte Lektüre scheint ihm nicht gut bekommen zu sein. Das Ergebnis erinnert durchaus an Ephraim Kishons schöne Satire „Wie man ein Buch bespricht, ohne es zu lesen“. Als der Held von Kishons Geschichte dem Autor des betreffenden Buches über den Weg läuft und dieser die zugesagte Besprechung einfordert, zieht sich der Held aus der Affäre, indem er den Inhalt zu erraten versucht und sich dabei mehr und mehr in Rage redet. Allerdings gesteht er dem Autor am Ende, das Buch gar nicht gelesen zu haben. Auf eine solche Klarstellung hat Mayer bisher verzichtet.
Worin Mayer Recht hat
Mayers spontane und entschiedene Ablehnung meines Buches ist aber natürlich verständlich. Meine These – nämlich, dass in Hiroshima und Nagasaki keine Atombomben abgeworfen wurden, und dass die Amerikaner die speziellen Effekte von Atombomben lediglich vortäuschten – dürfte wohl den meisten Menschen abwegig erscheinen. Und wer sich dieser Überzeugung vergewissern möchte, dem steht dafür reichlich Material zur Verfügung. Für jeden Geschmack ist etwas dabei:
- Berichte von Überlebenden, die den Atomblitz mit eigenen Augen sahen;
- die Schatten angeblich verdampfter Körper von Menschen und Tieren auf dem Straßenpflaster;
- viele Fälle von Strahlenkrankheit und Leukämie; und außerdem
- viele seriös publizierte physikalische und medizinische Studien.
Mayer ist Physiker, und er konzentriert sich daher auf physikalische Studien, welche zeigen, dass die betreffenden Messproben starker Neutronen-Strahlung ausgesetzt gewesen sein müssen. Und wenn man diese Studien für bare Münze nimmt, dann muss man tatsächlich zu der Schlussfolgerung gelangen, die Geschichte von den Atombomben in Hiroshima und Nagasaki sei korrekt – „case closed“.1
Widersprüchliche Beweise
Warum also schließe ich mich Mayers Sichtweise nicht an? Der Grund dafür ist „die andere“ Evidenz, welche der offiziellen Geschichte widerspricht. Ein Beispiel ist der Bericht des amerikanischen Militärarztes Paul Keller [4], den ich im ersten Kapitel meines Buches ausführlich zitiere. Keller berichtet von acht Überlebenden, die sich, nur von Holzhäusern abgeschirmt, nicht weiter als 500 Meter vom Zentrum der Detonation befunden hatten; oder genauer gesagt vom Hypozentrum, also dem Punkt am Boden, welcher senkrecht unterhalb der in der Luft gezündeten Bombe lag. Bei einem dieser Überlebenden soll diese Entfernung sogar nur 50 Meter betragen haben; er hätte sich also praktisch direkt unter der Bombe befunden.
Aber gemäß der offiziellen Geschichte hätten diese Menschen auf keinen Fall überleben dürfen! Und sie waren nicht die einzigen. Als man in späteren Jahren alle Überlebenden zu ihrem Aufenthaltsort während der Bombenangriffe befragte, um im Nachhinein ihre Strahlendosen zu schätzen, da tauchten noch mehr von ihnen auf [5]:
Obwohl einige Personen berichten, dass sie sich in geringer Entfernung [vom Hypozentrum] im Freien aufgehalten hatten, muss man ihre Geschichten als falsch ansehen, da die Intensität der Explosion und die Hitzeeinwirkung das Überleben in so geringer Entfernung unmöglich machten. … Dass sich so wenige Überlebende nicht an die Details des Ereignisses erinnern, lässt sich damit erklären, dass sie aufgrund der Explosion an Amnesie litten und ihre tatsächlichen Erfahrungen mit einer sie selbst zufriedenstellenden, erfundenen Geschichte ersetzt haben.
Mit anderen Worten: Überlebende, deren Erinnerungen nicht zur offiziellen Geschichte der Atombomben passen wollten, wurden von den Interviewern einfach als traumatisierte und verwirrte Spinner abgetan.
Wir haben also einerseits physikalische Messungen, die belegen, dass eine Atombombe losging; andererseits aber zeigt das Überleben dieser Betroffenen das Gegenteil. Es ist unmöglich, dass beide Beweise echt sind. Einer von ihnen muss gefälscht worden sein, und wir müssen zwischen ihnen wählen. Welchen Maßstab sollten wir dabei anlegen?
Welche Evidenz ist „hart“, welche ist „weich“?
Mayer macht es sich einfach, indem er dekretiert, dass „harte“ physikalischen Fakten die „weichen“ Fakten der Medizin grundsätzlich übertrumpfen. Aber diese Aussage ist ungerechtfertigt. In meinem Buch schrieb ich hierzu:
Alle physikalischen Dosimeter und Strahlungszähler sind Messfehlern unterworfen; aber kein ausgefranstes Kabel, keine lecke Batterie und keine Bedienungsfehler können die tödliche Wirkung von Strahlung auf den menschlichen Körper verhindern. … Wenn ein Mensch nicht stirbt, dann erhielt er keine tödliche Strahlendosis; es kann hierbei keine falsch-negativen Resultate geben. Wenn also eine physikalische Messung oder Berechnung ergibt, dass zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort tödliche Strahlung vorherrschte, aber andererseits ein Mensch überlebt, der genau dann und dort anwesend war, dann widerlegt dieses biologische Ergebnis kategorisch und endgültig die physikalische Aussage.
Es gibt noch eine zweite wichtige Überlegung: Welche der beiden einander widersprechenden Beweise ließe sich leichter fälschen?
Die Überlebenden hätte man sicherlich nicht fälschen können, und überdies hätte so etwas der offiziellen Geschichte ja auch nur unnötige Schwierigkeiten verursacht. Man kann auch kaum annehmen, dass die Betroffenen selbst ihre Geschichten eigens erfunden haben, um sich in den schon erwähnten Interviews als Spinner klassifizieren zu lassen. Es ist zudem interessant, dass Keller über die von ihm beobachteten acht Fälle ganz nüchtern und ohne zweifelnden oder abwertenden Kommentar berichtet. Vermutlich hatte man zu dem frühen Zeitpunkt seines Berichts (1946) noch keine klaren Sprachregelungen zur Frage des möglichen oder unmöglichen Überlebens verhängt, welchen er seine eigenen Eindrücke hätte unterordnen müssen.
Wie sieht es mit den Neutronen-Studien aus? Technisch ist es überhaupt kein Problem, Materialproben im Labor zu bestrahlen und sie dann ahnungslosen und wohlmeinenden Physikern als echte, von der Bombe bestrahlte Proben unterzujubeln.
Die hier angeführten Beispiele illustrieren das Prinzip, aber die verfügbare Evidenz erschöpft sich nicht in ihnen. Auch in anderen Fällen ergibt sich, dass die Beweise für die Bomben technisch leicht zu fälschen sind, die Beweise dagegen allerdings nicht.
Nobelpreisträger verwickeln sich in Widersprüche
Nun wird es sicherlich vielen Lesern widerstreben, den an der Entwicklung und Erforschung der Atombomben beteiligten Wissenschaftlern systematischen Betrug vorzuwerfen. In diesem Sinne äußert sich auch Mayer:
Physiker und Mathematiker wie Niels Bohr, Enrico Fermi, Hans Bethe, Eugene Wigner, John von Neumann, Richard Feynman, James Chadwick, Ernest Lawrence, Isidor Isaac Rabi, Wolfgang Pauli und einige weitere Nobelpreisträger Lügner und Betrüger zu nennen, ist ein starkes Stück.
Ich kann Mayer an diesem Punkt durchaus verstehen – auch mir selbst ging dies anfangs gegen den Strich. Aber wiederum sprechen die Fakten für sich selbst. Bevor wir uns diesen zuwenden, muss ich noch anmerken, dass Mayers umfangreiche Namensliste von ihm selbst zusammengestellt wurde – sie findet sich nicht in meinem Buch, welches er ja auch gar nicht kennt.
Nun zu den Fakten. Einige davon finden sich im Protokoll des Treffens einer geheimen Kommission [6]. Das Treffen dieses sogenannten „Interim-Komitees“ fand am 31. Mai 1945 in Washington, DC statt. Neben Politikern, Offizieren, und einigen anderen schillernden Figuren waren auch die folgenden Wissenschaftler anwesend: Arthur und Karl Compton, James Conant, Robert Oppenheimer, Enrico Fermi und Ernest Lawrence. Ganz oben auf der Agenda war der gegenwärtige Entwicklungsstand der Atombomben. Arthur Compton fasste diesen wie folgt zusammen:
- Die Anreicherung von Uran-235 wird bereits beherrscht, und Uran-Bomben befinden sich „in Produktion“.
- Plutonium-Bomben sind erstrebenswert, und man erwartet von ihnen eine erheblich größere Sprengkraft als von Uran-Bomben.
- Die Produktion von Plutonium steht aber noch ganz am Anfang. Bisher ist es lediglich gelungen, durch den Betrieb von Uran-Reaktoren das Rohmaterial hierfür zu erzeugen, d.h. eine komplexe Mischung von radioaktiven Isotopen, welche auch Plutonium enthält. Die Reinigung von Plutonium aus dieser Mischung muss erst noch entwickelt werden.
- Diese Entwicklung wird noch etwa zwei Jahre erfordern. Danach werden noch weitere 18 Monate vergehen, bis Plutonium „in Menge“ erhalten werden kann.
Enrico Fermi teilt mit, dass es ihm derzeit an ausreichend Rohmaterial fehlt, um die Entwicklung der Plutonium-Reinigung voranzutreiben. Oppenheimer spricht davon, dass eine Uran-Bombe getestet werden soll, um deren Explosionsenergie zu messen; er erwartet ein Resultat im Bereich von 2000 bis 20.000 Tonnen TNT.
Keiner der anwesenden Wissenschaftler gibt irgendwelche Vorbehalte gegen die Aussagen Comptons, Fermis oder Oppenheimers zu Protokoll. Aber diese Aussagen widersprechen der allgemein bekannten Atombomben-Legende in mehreren zentralen Punkten. Gemäß dieser Legende
- fand der von Oppenheimer dem Interim-Komitee angekündigte Test einer Uran-Bombe nie statt. Ein solcher Test war angeblich nicht notwendig;
- wurde nur eine einzige Uran-Bombe gezündet, nämlich die in Hiroshima, obwohl solche Bomben (Mehrzahl) ja angeblich „in Produktion“ waren;
- wurden in Nagasaki sowie bei dem Test in Alamogordo zwei Plutonium-Bomben eingesetzt, obwohl ja laut dem Protokoll des Interim-Komitees Plutonium noch gar nicht verfügbar war.
Mir ist nicht bekannt, dass irgendeiner der hier genannten Wissenschaftler jemals dieser offiziellen Legende öffentlich widersprochen hätte. Schon anhand dieses einen offiziellen Dokuments können wir also feststellen, dass diese Wissenschaftler die Täuschung der Öffentlichkeit zumindest schweigend hingenommen haben. Mehrere von ihnen wirkten auch nach dem Krieg weiterhin aktiv daran mit; siehe zum Beispiel das Propaganda-Pamphlet “One World Or None” [7].
Die Einsicht, dass diese Geistesriesen in ethischer Hinsicht eher Zwerge waren, mag Mayer ähnlich hart treffen wie seinerzeit die Entzauberung des Weihnachtsmanns, sie ist aber gleichermaßen unvermeidlich.
Fazit
Ich habe hier bewusst darauf verzichtet, im Detail auf die vielfältige Evidenz einzugehen, die in meinem Buch zu finden ist. Stattdessen habe ich nur versucht zu zeigen, dass
- die in meinem Buch gestellten Fragen berechtigt sind,
- sich diese Fragen nicht anhand einseitig ausgewählter Evidenz beantworten lassen,
- die mit diesen Fragen befassten wissenschaftlichen und politischen Autoritäten unser blindes Vertrauen nicht verdienen.
Ebenso wie Richter und Geschworene die einander widersprechenden Beweismittel beider Parteien kritisch bewerten müssen, so müssen auch wir bei den uns überlieferten Daten und Legenden zu Hiroshima und Nagasaki sorgfältig die Spreu vom Weizen trennen.
Genau dies habe ich mit meinem Buch versucht. Dabei hatte ich die Unterstützung von Spezialisten anderer Disziplinen. So wurde zum Beispiel das Kapitel zum Fallout von einem Physik-Professor kritisch gelesen und verbessert, der selbst mehrere Bücher über die Funktionsweise und die Geschichte von Atombomben verfasst hat. Ein Augenarzt und ein japanischer Spezialist für Hautverbrennungen (Dr. Teruichi Harada) überprüften die medizinischen Aussagen zu ihren Fachgebieten.
Wie eingangs erwähnt, komme ich zu dem Schluss, dass in Japan keine Atombomben detoniert worden sein können. Dieses Ergebnis erfordert letztlich auch eine neue Deutung der Motive Amerikas. Auch dies habe ich versucht. Weder hierbei noch bei den wissenschaftlichen Fragen erhebe ich Anspruch auf Unfehlbarkeit. Es würde mich aber durchaus freuen, wenn zukünftige Kritiker zunächst meine Argumente zur Kenntnis nähmen, bevor sie sie verwerfen.
1 Zusätzlich bringt Mayer auch noch einige sehr viel weniger zwingende physikalische Argumente vor, aber es ist unnötig, die Diskussion über diese hier auszubreiten.
Literatur
- Mayer, P.F. (2025) Warfen die USA 1945 Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki ab?. URL: https://tkp.at/2025/08/12/warfen-die-usa-1945-atombomben-auf-hiroshima-und-nagasaki-ab
- Mayer, P.F. (2025) Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki – Fakten und Fiktionen. URL: https://tkp.at/2025/08/18/atombomben-auf-hiroshima-und-nagasaki-fakten-und-fiktionen/
- Palmer, M. (2024) Hiroshima revidiert (Etica Media). URL: https://eticamedia.eu/produkt/hiroshima/
- Keller, P.D. (1946) A clinical syndrome following exposure to atomic bomb explosions. J Am Med Assoc 131:504-6. URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=20983706
- Jablon, S. (1971) Atomic bomb radiation estimation at {ABCC} (Atomic Bomb Casualty Commission). URL: https://www.rerf.or.jp/library/scidata/tr_all/TR1971-23.pdf
- Arneson, R.G. (1945) Notes of the Interim Committee meeting, Thursday, 31 May 1945. URL: https://archive.org/details/interim-committee-may31-1945
- Masters, D. und Way, K. (1946) One World Or None: A Report to the Public on the Full Meaning of the Atomic Bomb (New Press). URL: https://archive.org/details/oneworldornonere00mast
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